Pressemitteilung 01/2009
Pressemitteilung 01/2009 vom 2. Februar 2009
Sehen und hören
Die „Freien Evangelischen Schulen Berlin“ im Prenzlauer Berg, Christburger Str. 14 laden alle Interessierten zu einem Vortrag über das Berliner Blicklabor am 16. Februar diesen Jahres um 19:00 Uhr in der Aula der Schule ein. Referent Prof. Dr. B. Fischer, bis zu seiner Emeritierung 2007 Leiter der Arbeitsgruppe Hirnforschung an der Universität Freiburg, informiert über Diagnose und Training grundlegender Wahrnehmungsfunktionen.
Auch wenn Augen und Ohren gesund sind, können Defizite im Bereich des Hörens, des Sehens und der Blicksteuerung bestehen. Denn: "Wir sehen nicht mit den Augen und hören nicht mit den Ohren, sondern mit dem Gehirn".
Der Erwerb der Sprache, insbesondere der Schriftsprache, stellt sehr hohe Anforderungen an das Seh- und Hörvermögen. Dies erfordert nicht nur gesunde Sinnesorgane, sondern auch eine möglichst fehlerfreie Verarbeitung der Sinnesfunktionen im Gehirn. Dazu gehören u.a. die präzise Unterscheidung von Lauteigenschaften, genaues dynamisches Sehen und eine zuverlässige Blicksteuerung – alles Leistungen, die nicht von den Sinnesorganen selbst erbracht werden können.
Auch bei gesunden Sinnesorganen können bei der Verarbeitung der Informationen im Gehirn Fehler oder Entwicklungsrückstände auftreten und zu Lernstörungen führen.
Hör-, Seh- und Blickprüfungen haben ergeben, dass z. B. die Hälfte der Kinder mit einer Lese-/Rechtschreibschwäche (Legasthenie), mit Aufmerksamkeitsdefiziten oder mit Hyperaktivität deutlich schlechter abschneiden als Kontrollkinder. Inzwischen bestätigt das auch eine Studie im Rahmen eines Projektes mit Kindern, die allgemeine Lernprobleme haben.
Hat Ihr Kind Schwierigkeiten beim Lesen? Es liest stockend, unsicher oder sehr schnell, aber flüchtig (Wörter werden erraten). Es rutscht aus der Zeile, lässt Buchstaben und / oder Endungen weg, verwechselt ähnliche und / oder spiegelbildliche Buchstaben, z. B. m - n, b - d, p – q oder überspringt kurze Zwischenwörter, Es liest sehr ungern und findet Lesen anstrengend, erfasst schlecht den Sinn von gelesenem Text und bekommt Kopfschmerzen nach längerem Lesen.
Hat Ihr Kind Schwierigkeiten beim Schreiben? Es hat ein unregelmäßiges Schriftbild, kann die Zeile nicht einhalten. Es zeigt bei längerem Schreiben ein zunehmend schlechteres Schriftbild und die Anzahl der Rechtschreibfehler nimmt zu. Es schreibt ein und dasselbe Wort im gleichen Diktat auf mehrere verschiedene Arten und bemerkt Rechtschreibfehler nicht. Oder es schreibt aufeinanderfolgende Worte zusammen.
Hat Ihr Kind Schwierigkeiten beim Rechnen? Es rechnet zählend (Zuhilfenahme der Finger), hat Probleme mit dem Zehnerübergang und kann sich Mengen nicht vorstellen. Es kann einfache Rechnungen im Kopf nicht "überschlagen" und braucht sehr lange um Aufgaben zu lösen. Oder beobachten Sie bei Ihrem Kind, dass es sich nur schlecht konzentrieren kann, rasch ermüdet,sich leicht ablenken lässt?
Die im Vortrag dargestellten Diagnose- und Therapiemethoden helfen, Ursachen zu finden und wenn nötig in relativ kurzer Zeit zu beseitigen. Diagnose und Training der Verarbeitung von Sinnesinformationen im Gehirn schaffen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche pädagogische Förderung. Die hierfür entwickelten Methoden werden auch im Berliner BlickLabor (Reinickendorf) als Dienstleistung vor allem bei ADS und bei legasthenischen Kindern angeboten. Diagnose und Therapie werden inzwischen auf Antrag auch von den Krankenkassen übernommen.
Vortrag
16. Februar 2009, 19:00 Uhr
Freie Evangelische Schulen Berlin, Aula
Christburger Str. 14
10405 Berlin
Der Eintritt ist frei.
Ansprechpartner:
Gunter Hänel,
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 030 / 44 31 23 71 18, Email: gh@fesb.de
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